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Mehrfachverriegelung

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Mehrfachverriegelungen sind Türschlösser, die die Tür an mehreren Punkten verriegeln, meist oben, unten und mittig. Sie erhöhen die mechanische Widerstandsfähigkeit gegenüber Einbruchsversuchen und werden häufig bei Haustüren, Wohnungstüren oder Sicherheitstüren installiert. Moderne Mehrfachverriegelungen lassen sich mit elektronischen Schließsystemen, Alarmanlagen oder Zutrittskontrollen kombinieren. Sie bieten Schutz vor Aufhebeln, Aufbohren oder anderen Manipulationen und wirken präventiv, indem die Sichtbarkeit der Sicherung potenzielle Täter abschreckt. Die Installation erfordert fachgerechtes Arbeiten, um die volle Schutzwirkung zu erzielen. Mehrfachverriegelungen erhöhen die Sicherheit erheblich, verhindern Schäden und schützen Bewohner sowie Sachwerte. In Kombination mit Türsicherungen, Fenstersicherungen, Alarmanlagen und Überwachungssystemen bilden sie ein integrales Sicherheitskonzept für private und gewerbliche Objekte.


Eine Mehrfachverriegelung ist ein Sicherheitssystem für Türen, bei dem durch das Betätigen des Schlosses nicht nur ein einzelner Riegel in der Mitte, sondern zusätzliche Verriegelungspunkte über die gesamte Türhöhe aktiviert werden. Diese Zusatzverriegelungen greifen fest in die Schließleiste des Türrahmens ein und erhöhen so massiv den Widerstand gegen mechanische Einbruchversuche.

Funktionsweise

Wird der Schlüssel umgedreht oder der Türgriff hochgezogen (je nach Bauart), bewegt eine interne Mechanik im Türblatt mehrere Sperrelemente gleichzeitig. Diese befinden sich meist oberhalb und unterhalb des Hauptschlosses. Die Kraftübertragung erfolgt über eine durchgehende Stulpe (Metallschiene), die im Türflügel eingelassen ist.

Arten von Verriegelungselementen

Je nach Sicherheitsstufe kommen unterschiedliche Bolzenformen zum Einsatz:

  • Rollzapfen: Dienen primär dem Anpressdruck der Tür (Wärmeschutz), bieten aber geringen Einbruchschutz.

  • Schwenkriegel: Hakenförmige Riegel, die sich im Rahmen verkrallen. Sie erschweren das Auseinanderhebeln von Türblatt und Rahmen erheblich.

  • Bolzenriegel: Massive Stahlbolzen, die tief in die Schließleiste eindringen.

  • Kombinationsstulpen: Eine Mischung aus Bolzen und Schwenkriegeln für maximale Sicherheit.

Wichtige Vorteile

  • Hoher Einbruchschutz: Die Tür kann an den Rändern kaum noch aufgehebelt werden.

  • Verzugsschutz: Durch den gleichmäßigen Druck an mehreren Punkten bleibt das Türblatt gerade und verzieht sich weniger.

  • Optimale Abdichtung: Mehr Verriegelungspunkte bedeuten eine bessere thermische Trennung und Schallisolierung, da die Tür fester in die Dichtungen gepresst wird.

  • Versicherungsschutz: Viele Versicherungen fordern für eine volle Deckung bei Einbruchschäden mindestens eine 3-fach-Verriegelung.

Klassifizierungen (3-fach vs. 5-fach)

  • 3-fach-Verriegelung: Besteht aus dem Hauptschlossriegel sowie zwei zusätzlichen Sperrpunkten (einer oben, einer unten). Dies ist heute der Standard bei modernen Haustüren.

  • 5-fach-Verriegelung: Bietet vier zusätzliche Sperrpunkte plus Hauptriegel. Dies wird vor allem bei sehr hohen Türen oder Objekten mit erhöhtem Sicherheitsbedarf empfohlen.


Erweiterung: Die Automatik-Mehrfachverriegelung

Eine selbstverriegelnde Mehrfachverriegelung (auch Automatikschloss genannt) bietet einen entscheidenden Vorteil: Sicherheit durch Vergessen. Sobald die Tür ins Schloss fällt, lösen mechanische Sensoren oder Magnete die Zusatzverriegelungen automatisch aus.

Wie funktioniert das System?

Im Gegensatz zum klassischen Schloss müssen Sie den Schlüssel nicht manuell umdrehen, um die Bolzen oder Schwenkriegel auszufahren.

  1. Zuziehen: Die Tür fällt in die Falle.

  2. Auslösung: Ein mechanischer Auslöser (Taster) oder ein Magnet im Türrahmen erkennt, dass die Tür geschlossen ist.

  3. Verriegelung: Die Zusatzriegel (z. B. Schwenkriegel) fahren sofort mechanisch aus und verriegeln die Tür an mehreren Punkten.

  4. Öffnen: Von innen lässt sich die Tür meist einfach über den Türdrücker öffnen (Panikfunktion). Von außen ist die Tür fest verriegelt und kann nur mit dem Schlüssel oder über ein elektronisches System (Fingerprint, Code) geöffnet werden.

Vorteile der Automatik-Funktion

  • Permanenter Schutz: Die Tür ist niemals „nur zugezogen“, sondern immer voll verriegelt. Das ist besonders wichtig für den Versicherungsschutz, da eine nur zugezogene Tür rechtlich oft als „nicht verschlossen“ gilt.

  • Komfort: Man muss beim Verlassen des Hauses nicht mehr nach dem Schlüssel suchen, um abzuschließen.

  • Barrierefreiheit: In Kombination mit einem Motorschloss kann die Tür sogar komplett kontaktlos entriegelt werden.


Vergleich: Manuell vs. Automatik

Merkmal Manuelle Mehrfachverriegelung Automatik-Mehrfachverriegelung
Verschließen Erfordert aktives Abschließen per Schlüssel. Verriegelt automatisch beim Zuziehen.
Sicherheitsstatus Oft nur „zugefallen“ (leicht aufzubrechen). Immer im Zustand „versichert/verschlossen“.
Komfort Höherer Aufwand bei jedem Verlassen. Maximaler Komfort im Alltag.
Technik Rein mechanisch, sehr langlebig. Mechanisch oder elektromechanisch möglich.
Preis Günstiger in der Anschaffung. Höherpreisig durch komplexe Mechanik.
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